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 "STREETUntitled:banners"(2010)von Phyllida Barlow aus der Sammlung des Migros Museum für Gegenwartskunst (c) Oliver Ottenschlager

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Best Practice

Neueröffnung des Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich: Ein grosser Schritt in die Zukunft

„Das Migros-Kulturprozent hat den Auftrag, in der Gesellschaft einen Mehrwert zu stiften. Und ich bin davon überzeugt, dass die bildende Kunst mit ihrer Befragung der Welt dazu einen wichtigen Beitrag leistet. Daher stellen wir Haltungen zur Diskussion, die vielleicht an andern Orten weniger auftauchen. Es ist eine sehr schöne Anerkennung, wenn unsere für das breite Publikum unbekannten Künstler wenige Jahre nach ihrer Ausstellung in unserem Museum für den Turner Prize nominiert werden.“
Hedy Graber, Leiterin Direktion Kultur und Soziales, Migros-Genossenschafts-Bund

Die lang ersehnte Neueröffnung des Migros Museum für Gegenwartskunst im Herbst 2012 ist endlich Realität: Nach einer fast zweijährigen Umbauphase zog die international renommierte Institution zurück in das Löwenbräukunst-Areal mitten im pulsierenden Zentrum der Stadt Zürich. Neu verfügt das Museum über zwei Ausstellungsebenen und einen zusätzlichen Veranstaltungsraum.

Seit seiner Gründung im Jahr 1996 versteht sich das Migros Museum für Gegenwartskunst als Ort der Reflexion sowie der Produktion zeitgenössischen Kunstschaffens. Der gemeinsame Einzug mit weiteren Kunstinstitutionen und Galerien in die Räumlichkeiten einer ehemaligen Zürcher Brauerei, dem Löwenbräu-Areal, war gleichermaßen Geburtsstunde des Museums in seiner heutigen Form. Für seine Ausstellungen setzt das Museum auf große Produktionen in enger Zusammenarbeit mit den Künstlern und weniger auf Bewährtes und hebt sich damit von seinen ehrwürdigen Kollegen ab. Das junge Museum hat mit dieser Ausrichtung einen wichtigen Platz in der Schweizer Museumslandschaft eingenommen und sich auch international bestens positioniert.

Die Zukunft des Kulturbetriebs auf dem Löwenbräu-Areal war in den vergangenen Jahren wegen häufigen Eigentümerwechseln wiederholt gefährdet. Um das bewährte Gefüge und den attraktiven Standort zu erhalten und langfristig zu sichern, wurde deshalb im Frühjahr 2011 die Löwenbräu-Kunst AG gegründet, an der die Stiftung Kunsthalle Zürich, der Migros-Genossenschafts-Bund und die Stadt Zürich zu je einem Drittel beteiligt sind. Die Löwenbräu-Kunst AG hat Teile des Löwenbräu-Komplexes erworben, um diese nach einer umfassenden Sanierung und Erweiterung an Akteure aus dem Kunstbereich zu vermieten.

Nach fast zweijähriger Bauzeit kehrte der Kunstbetrieb im Herbst 2012 endlich zurück ins Löwenbräukunst-Areal. «Die Neueröffnung bedeutet für das Migros Museum für Gegenwartskunst einen entscheidenden Schritt in seiner 16-jährigen Geschichte. Das Museum versteht sich auch in Zukunft als Ort der Reflexion sowie der Produktion», betont Heike Munder, Leiterindes Migros Museum für Gegenwartskunst. Sie freut sich, dass es gelungen ist, den Museumsstandort nachhaltig zu sichern. Das Migros Museum für Gegenwartskunst erhält mit den umgebauten Räumlichkeiten auf dem Löwenbräukunst-Areal zukunftsweisende Präsentationsmöglichkeiten. Es verfügt neu über zwei Ausstellungsebenen mit einer Fläche von rund 1.300 m2: Ein Stockwerk wird für die Präsentation der eigenen Sammlung genutzt, während das andere für wechselnde Einzel- oder Gruppenausstellungen zur Verfügung steht. Ein Veranstaltungsraum ermöglicht weiter, das Vermittlungs- und Rahmenprogramm auszubauen. In Zukunft will sich das Museum zudem verstärkt der wissenschaftlichen Arbeit widmen und auch öfter fundierte Retrospektiven präsentieren.

Inhaltlich wird die von der Leiterin Heike Munder und des Kurators Raphael Gygax in den vergangenen Jahren entwickelte kuratorische Handschrift weitergeführt. Zunehmend wollen die Verantwortlichen den Blick auf künstlerische Positionen und spannende Entwicklungen außerhalb der westlichen Hemisphäre richten.

Die Sammlung des Museums profitiert entscheidend von der Neueröffnung. Dank der erweiterten Räumlichkeiten wird sie nun kontinuierlich präsentiert. Ins Leben gerufen wurde die Sammlung 1957 mit der Festschreibung der Statuten der Migros und des Migros-Kulturprozent. Zu Beginn sammelte der Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler zusammen mit seinem Berater lokale und nationale Kunst. Nachdem Duttweiler verstorben war, entschied sich die Migros Mitte der 1970er-Jahre, die Sammlung zu professionalisieren und auf internationale zeitgenössische Kunst auszurichten. Heute ist sie durch laufende Ankäufe des Muse- ums auf über 500 Werke angewachsen. Der Fokus lag in den vergangenen Jahren auf größeren installativen Arbeiten und Werken, die meist eigens für Ausstellungen des Museums entstanden. Das explizite Anliegen des Museums, die Sammlung in ein lebendiges Umfeld und die zeitgenössische Kunstproduktion einzubinden, ist mit den neuen Räumen nun auf ideale Weise möglich geworden.

Weitere Informationen zum Migros Museum für Gegenwartskunst finden sich auf www.migrosmuseum.ch

Das Migros-Kulturprozent ist ein freiwilliges, in den Statuten verankertes Engagement der Migros für Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft. www.migros-kulturprozent.ch

 

Dieser Beitrag wurde im Jahrbuch Kulturmarken 2013 veröffentlicht.