

KulturInvest-Kongress 2011Der KulturInvest-Kongress 2011 war mit dem Rekord von über 400 Teilnehmern aus Kultur, Wirtschaft und Medien hervorragend besucht. Bereits zum zweiten Mal trafen sich Direktoren und Marketingverantwortliche aus Kultureinrichtungen, Geschäftsführer soziokultureller Einrichtungen und Entscheidungsträger aus Wirtschaftsunternehmen im Verlagsgebäude des Tagesspiegel in Berlin. In 16 Parallelforen wurden Ideen und Perspektiven für das Zusammenwirken von Kultur und Wirtschaft reflektiert und neueste Trends im Bereich der Kulturinvestments diskutiert. Der einhellige Tenor von Referenten und Besucher: Die Neuen Medien, der veränderte Kulturkonsum und auch die Entwicklung im Sponsoring verhelfen Kulturinstitutionen zu neuen und attraktiven Chancen.
Das Zusammenspiel klassischer Musik und Social Web vereinigen zum Beispiel die Berliner Philharmoniker auf einzigartige Weise. Dies wurde im Forum „Online- und Social Media Marketing“ durch den Beitrag von Tobias Möller (Leitung Marketing und Kommunikation der Berlin Phil Media GmbH) deutlich. Jedes Live-Konzert kann in HD-Qualität überall auf der Welt via Internet zu Hause verfolgt werden. Kurzfilme der einzelnen Konzerte sind jederzeit abrufbar. Knapp 250.000 Freunde und rege Diskussionen auf Facebook sprechen eine deutliche Sprache. Dies sieht auch Hans-Willy Brockes aus Veranstaltersicht so: „Die gesamte Kulturbranche stellt sich immer professioneller auf. Vor allem die neuen Medien geben der Branche einen enormen Schub, was einige Beispiele auf dem Kongress klar gezeigt haben“. Diese Entwicklung fordert auch die Bayerische Sparkassenstiftung in Person von Dr. Ingo Krüger, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Krüger sieht die Soziale Medien und die Digitalisierung als einen Segen für die Kultur an: „Kultursponsoring muss den Wandel der Verschmelzung von digitaler und realer Welt fördern“. Dies gerade in Zeiten, wo der Marktanteil im Sport sinkt und sich Marktanteile atomisieren, was im Umkehrschluss eine Individualisierung bedeutet und Kultur jederzeit konsumierbar ist.

Die neusten Erkenntnisse der Neurowissenschaften und Sponsoringtrends stellte Oliver Kaiser, Geschäftsführer LEDAVI GmbH, vor. Durch gezieltes Marketing und Emotionen kann das Gehirn aktiv beeinflusst werden: „Die Vorstellung von Marke erzeugt den (Kauf)-Effekt, nicht die Marke selbst. Das Gehirn sagt einem was man kauft“. Wichtig für Kulturinstitutionen ist es laut Kaiser die „Sprache der Kunden“ und somit der Kulturinteressierten zu sprechen, denn der Konsument entscheidet am Ende was Kultur ist, was er sehen möchte und was gefördert wird. Mit der Aussage „Kunst schlägt Rasen“ spielt Kaiser darauf ab, dass mehr Besucher in Museen gehen, als in Fußballstadien. Das Potential ist groß und kann im Bereich Sponsoring deutlich ausgebaut werden, denn „Sponsoring ist die drittwichtigste Disziplin der Kommunikation“.
Mehr als 60 Top-Referenten erörterten in den verschiedenen Foren weitere fachspezifische Themen, präsentierten neueste Trends und gaben Anregungen durch Beispiele aus der Praxis. Die Bandbreite reichte von internationalen Qualitätsmanagement-Standards im Festspielhaus Baden-Baden und steuerlich relevanten Fragestellungen über die Bedeutung von Neurowissenschaft im Sponsoringprozess bis hin zu Augmented Reality Anwendungen im Kulturbereich. Der Geschäftsführer von Causales – Gesellschaft für Kulturmarketing und Kultursponsoring und Mitveranstalter, Hans-Conrad Walter, ist voller Zuversicht, dass der KulturInvest-Kongress sich auch in den kommenden Jahren als wichtiger Impulsgeber der Branche weiterentwickeln wird: „Ich bin durch die gewonnenen Eindrücke und vielen Gesprächen der beiden Kongresstage überzeugt, dass der KulturInvest-Kongress die Branche auch in Zukunft prägen wird und der Austausch eine wichtige Rolle spielt. Die letzten beiden Tage haben deutlich gezeigt, dass die Zeit reif ist für professionelles Kulturmarketing!“
Wie erfolgreiches Kulturmarketing in heutiger Zeit aussehen kann, zeigten die Gewinner der diesjährigen Kulturmarken-Awards, die am Abend des 27. Oktober im TIPI am Kanzleramt im Rahmen einer feierlichen Gala ausgezeichnet wurden. Den ersten Platz in der Königsdisziplin „Kulturmarke des Jahres“ belegte das Burgtheater Wien. Vor über 500 Gästen aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Medien nahm Niklas Duffek, stellvertretender kaufmännischer Geschäftsführer, die Ehrung entgegen. Darüber hinaus wurden das PODIUM Festival Esslingen für seine innovative Markenführung als „Trendmarke des Jahres 2011“ und Jürgen Bachmann, Kulturreferent der AUDI AG, für sein herausragendes Engagement als „Kulturmanager des Jahres 2011“ geehrt. Die KulTourStadt Gotha wurde als „Stadtmarke des Jahres 2011“ ausgezeichnet. Das Unternehmen Bayer AG erhielt für seine nachhaltige Kulturförderung mit dem Programm Bayer Kultur die Auszeichnung „Kulturinvestor des Jahres 2011“. In der erstmalig ausgeschriebenen Kategorie „Förderverein des Jahres 2011“ wurden die Museumslöwen des Museums für Natur Gotha geehrt.
Die Kulturbranche steht vor einem spannenden und zugleich herausfordernden Jahr. Der nächste Branchentreff findet am 25. und 26. Oktober 2012 in den bekannten Räumen des Tagesspiegel in Berlin statt. Weitere Informationen und die Anmeldung zum KulturInvest-Kongress 2012 gibt es ab sofort unter www.kulturinvest.de.
Die Fotos des KulturInvest-Kongress 2011 stehen ab sofort in unserer Bildergalerie für Sie bereit.
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