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Kulturmanager des Monats April 2011

Hajo SchäferHajo Schäfer 

Nach seinem Studium der Medienwissenschaft und Geschichte in Bochum und Montpellier war Hajo Schäfer unter anderem für das Nederlands Filmmuseum Amsterdam, die Stiftung Deutsche Kinemathek Berlin, die Internationalen Filmfestspiele und die Literaturwerkstatt Berlin tätig. Momentan arbeiten Hajo Schäfer und sein Team an den Vorbereitungen für achtung berlin - new berlin film award, das vom 13. bis 20. April bereits zum siebten Mal stattfindet und 2011 unter dem Motto "Made in Berlin-Brandenburg" steht. Wo Hajo Schäfers persönliche Interessen liegen, lesen Sie in den Antworten auf die 30 Fragen an den Kulturmanager des Monats.

30 Fragen an Hajo Schäfer, Festivalleiter achtung berlin – new berlin film award

1.) Alter:  41

2.) Welche Ausbildung haben Sie?

Ich habe an der Ruhruniversität Bochum Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Geschichte studiert und mit dem M.A. abgeschlossen. Nach dem Grundstudium konnte ich ein Studienjahr an der Université Paul Valéry in Montepellier (Frankreich) verbringen. Ich studierte dort Medienwissenschaft und Kunstgeschichte.

3.) Welche Stationen haben Sie auf Ihrem Berufsweg durchlaufen?
Nach dem Studium ging ich 1997 zunächst nach Amsterdam, um dort für das Nederlands Filmmuseum zu arbeiten. Ich habe deutsche Kulturfilme aus den 20er und 30er Jahren gesichtet, inhaltlich und technisch dokumentiert. 1998/99 konnte ich für die Stiftung Deutsche Kinemathek (Filmmuseum Berlin) an dem CD-ROM-Projekt „Die 100 wichtigsten Deutschen Filme“ mitarbeiten. In den Jahren 2000 bis 2003 arbeitete ich in der Organisation der Berlinale, als Organisationsleiter der DokumentART in Neubrandenburg, als Programmkoordinator für das Filmfest München und das Festival des Osteuropäischen Films in Cottbus sowie als Kurator für die Kurzfilmfestivals in Hamburg und Flensburg. 2004 organisierte ich als Projektleiter und künstlerischer Leiter für die Literaturwerkstatt Berlin das Poesiefilmfestival „ZEBRA Poetry Award“. Seit 2005 leite ich zusammen mit Sebastian Brose das Festival für Neues Deutsches Kino aus Berlin, den „achtung berlin - new berlin film award“, der vom 13. bis 20. April 2011 zum siebten Mal stattfinden wird. „achtung berlin“ ist heute eine Veranstaltungsagentur, die sich vor allem auf die Organisation von Filmfestivals und Programmreihen im Ausland spezialisiert hat. Das nächste Projekt ist ein Programm mit Berlinfilmen, das im Mai 2011 in Moskau im Rahmen der Feiern zur 20-jährigen Städtepartnerschaft Berlin-Moskau stattfindet.

4.) Wie sind Sie zum Veranstaltungsbusiness gekommen?
Bereits während des Studiums an der Ruhruniversität Bochum engagierte ich mich im dortigen „Studienkreis Film“ und veranstaltete Filmreihen, Werkschauen und Retrospektiven und konzipierte gleichzeitig auch Marketingmaßnahmen für diese Filmveranstaltungen.

5.) Mit welchen Berufsbildern haben Sie täglich zu tun?

Zu den Berufsbildern gehören u.a.: Film- und Fernsehregisseure, -produzenten,  -schauspieler, Filmverleiher, Pressereferenten, PR-Agenten, Schauspiel-Agenten, Grafiker, Online-Redakteure, Festivalmanager, Politiker, Gastronomen, Kinoleiter, Geschäftsführer.

6.) Welche Aufgaben haben Sie bisher wahrgenommen?
Festivalleitung, Organisationsleitung, Projektleitung, Projektentwicklung, Veranstaltungsmanagement (Symposien und Tagungen), Filmprogrammkoordination, Filmkopiendisposition, Gästebetreuung, Online-Redaktion, Katalogredaktion, Sponsoren-Akquise, Marketing, etc. 

7.) Was sind Ihre besonderen Stärken?
Emotionale Intelligenz, Menschenkenntnis, Unvoreingenommenheit, Überzeugungskraft, Integrationskraft, Redegewandtheit, Kreativität, Durchsetzungsvermögen, Humor.

8.) Was gefällt Ihnen an sich besonders?
Mein Gabe, immer wieder neue Ideen zu entwickeln und bei der Umsetzung mitunter unkonventionelle Wege zu denken und zu gehen.

9.) Welchen anderen Beruf hätten Sie gern erlernt?
Sommelier, Schauspieler, Landschaftsgärtner, Psychologe

10.) Was ist Ihre größte Schwäche?

Meine Hedonistische Ader (insbesondere in Bezug auf guten Wein).

11.) Welche natürliche Gabe möchten Sie (manchmal) besitzen?
Die Gabe des Schweigens

12.) Haben Sie eine Lebensweisheit, der Sie folgen?
“Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.“ (Robert Mondavi)

13.) Wenn Sie etwas ändern könnten, was wäre das?

Ich würde verstärkt Bildungs- und Kulturprogramme (ein gutes Beispiel ist das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“) für junge Menschen egal welcher Herkunft auflegen und privatwirtschaftlich finanzieren lassen. Ich würde flächendeckend Volontariate in der Kulturwirtschaft schaffen, um den Nachwuchs früher an die organisatorische und vor allem inhaltliche Kulturarbeit heranzuführen, ohne in dabei finanziell auszubeuten. 

14.) Was schätzen Sie an Ihren Freunden am meisten?
Loyalität, Fürsorge und Diskretion.

15.) Worauf sind Sie am meisten stolz?
Auf meinen Sohn Joris Henri und seine Eltern!

16.) Welche Musik hören Sie gerne?
Anton Bruckner, Miles Davis, Isaac Hayes, Nancy Sinatra, Serge Gainsburg, Gil Scott Heron, Chicks on Speed, Mouse on Mars, Bonaparte, Jake The Rapper, u.v.m.

17.) Haben Sie ein Lieblingsmärchen?
Hänsel und Gretel

18.) Für welchen Künstler würden Sie viel Geld ausgeben?
Matthew Barney, Giorgio De Chirico

19.) Wo hätten Sie gerne Ihren Zweitwohnsitz?
Weststrand (Mecklenburg-Vorpommern), Chacahua (Mexiko), Salernes (Südfrankreich).

20.) Was können Sie besonders gut kochen?:
Kürbissuppe, Lammsteaks mit Frühkartoffeln an frischem Rot- oder Spitzkohl, Crème brulée.

21.) Können Sie drei Bücher für uns loben?
Cees Noteboom: Allerseelen. Ein wunderbar melancholischer Berlinroman aus dem längst vergangenen Westberlin der frühen 90er Jahre.

Sven Lager: Phospor. Ein Berlinroman, der die Zeit und das Lebensgefühl am Ende des Letzten Jahrtausends sehr gut beschreibt: Nachts Partys, Drogen, Musik. Tagsüber durch die damals noch unsanierte Mitte Berlins streifen.
Juli Zeh: Spieltrieb. Eine starke, hochspannende Geschichte eines hochbegabten Mädchens im Schulalltag von Heute.

Ole Lund Kirkegaard: Gummitarzan. Ein unverschämt anti-autoritäres und politisch nicht korrektes Jugendbuch aus den frühen 80er Jahren

22.) Wer ist Ihr Lieblingsschauspieler?
Oskar Werner

23.) Und welche Schauspielerin sehen Sie am liebsten auf der Leinwand?
Jean Seberg

24.) Sie beschäftigen sich schon so lange professionell mit Filmen, können Sie da noch Lieblingsfilme ausmachen?
Eine kleine Auswahl: M – eine Stadt sucht einen Mörder, Spur der Steine, Die Legende von Paul und Paula, Citizen Kane, Bonjour Tristesse, Die Verachtung, Gloria, Gegen die Wand, King Kong, Requiem, Madonnen, Bal, Black Swan

25.) Welche historische Figur fasziniert Sie?:
Leonardo Da Vinci

26.) Haben Sie eine Lieblingsmelodie?
Die Titelmelodie von Anton Karas zum Spielfilm „Der dritte Mann“

27.) Treiben Sie Sport?
Feldhockey, Wandern, Kajak fahren und Yoga.

28.) Welche Metropolen - natürlich neben Berlin -  sind für Sie noch spannend?
Prag, Paris, Mexico City und San Francisco.

29.) Was war Ihr größtes Abenteuer?
Eine viermonatige Reise von San Francisco (USA) bis nach Tegucigalpa (Honduras), quer durch Mexiko, Guatemala, Belice und Honduras.

30.) Was möchten Sie unbedingt noch erleben?
Ich träume von einer ein- bis zweijährigen Weltreise mit meiner Frau und meinem Sohn.

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